Deine Facebook-Seite ist nur geborgt

Von | 2017-10-21T21:38:44+00:00 01.06.2013|Allgemeine Netzthemen|3 Kommentare

Immer häufiger stelle ich fest, dass neue Gastronomien statt einer eigenen Webseite nur eine Facebook-Seite betreiben. Die Gründe liegen auf der Hand: Eine Facebook-Seite kostet nichts, sie ist schnell eingerichtet und Kommunikation lässt sich sich über das soziale Netzwerk hervorragend betreiben.

Doch während es ratsam ist, Facebook parallel zur eigenen Webseite zu nutzen, ist die alleinige Facebook-Nutzung dieses überhaupt nicht. Warum? Eine Facebook-Seite ist quasi nur geborgt, wie Sascha Lobo in einem lesenswerten Beitrag vor gut einem Jahr auf Spiegel Online deutlich gemacht hat: „Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden.“

Beispiele gibt es zuhauf: Die Facebook-Seite von München wurde von Facebook ohne Vorwarnung gesperrt. Posterous, ein beliebter Blog-Anbieter, hat seinen Dienst eingestellt – davon sind zahlreiche Unternehmen betroffen, die ihren Unternehmens-Blog auf Posterous ausgelagert haben. Und der einstige Social-Media-Platzhirsch MySpace existiert zwar immer noch, hat jedoch als soziales Netzwerk außerhalb des Musikbereichs fast keine Relevanz mehr. Auf MySpace hatten zahlreiche Bars und Clubs aus Deutschlands ihre alleinige Präsenz und müssen früher oder später alles auf ein neues Netzwerk „rüberschaufeln“. Facebook wird auf absehbare Zeit zwar seinen Status als führendes soziales Netzwerk behalten, doch auch hier wächst mit Google+ ein neuer, starker Konkurrent heran. Und wer weiß, was in zwei, drei Jahren ist?

Nur, wer parallel zu Social Media eine eigene Webseite betreibt – diese kann durchaus auch ein Blog sein, aber eben über die eigene Domain betrieben – macht sich unabhängig von diesen Veränderungen, von AGBs und deren mitunter kurzfristigen Anpassungen. Und, das ist das Wichtigste, er garantiert Kontinuität für seine digitalen Besucher.

Über den Autor:

Jan-Peter Wulf aus Berlin ist Gastronomie-Fachjournalist, bloggt über Gastro-Branchenthemen auf www.nomyblog.de
und unterstützt Betriebe und Industrieunternehmen in Kommunikation, Social Media und Produktentwicklung.
Mehr von mir unter www.japewu.de und Google+

3 Kommentare

  1. Jan-Peter Wulf 1. Juni 2013 um 11:56

    Nachtrag: Einen sehr kontrovers diskutierten Beitrag zum Thema „Brauche ich als Gastronom noch eine Webseite oder reicht Faceboook“ finden Sie hier: Dieter van Acken in der AHGZ Während der interviewte Experte findet, dass man nur noch Facebook benötigt, widersprechen ihm zahlreiche Gastronomen und Gastronomieberater in den Kommentaren. Ich schließe mich der Meinung der Kommentatoren an.

  2. Alexander Schwarz 1. Juni 2013 um 13:41

    Kann man definitv niemanden empfehlen. Das Zuhause sollte immer die eigene Webseite sein und in den eigenen Händen liegen…

  3. Jan-Peter Wulf 10. Juni 2013 um 14:46

    Sehr interessant könnte Reclaim Social Media werden, eine WordPress-Erweiterung, mit der sich alle eigenen, in sozialen Netzwerken gepostete Inhalte auf dem eigenen Blog spiegeln lassen. Ein Projekt u.a. von Sascha Lobo, der oben im Beitrag erwähnt wird, es befindet sich noch in der Vorbereitung.

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